Weinetiketten-Design #2

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Neben minimalistischem Design bin ich auch großer Freund der klassischen deutschen Etiketten. Wie dieses hier im Jugendstil, obwohl es sich um einen 2008er Jahrgang handelt.
Maximin Grünhäuser Abtsberg Riesling Spätlese.

Panela

Eine meiner persönlichen Entdeckungen der letzten Jahre: Panela.
Es handelt sich dabei um Vollrohrzucker, das heißt Rohrzucker der nicht raffiniert ist. Stattdessen wird der reine Saft der Zuckerrohrpflanze gekocht und härtet dann zu einem Würfel aus. In Südamerika wird dann direkt der Würfel verwendet, in Deutschland ist er natürlich eher als Granulat erhältlich.

Lange Rede, kurzer Sinn: Panela wird wie der übliche Industriezucker verwendet, hat aber durch die pflanzlichen Bestandteile einen deutlich anderen Geschmack. Frischer, lebendiger, irgendwie grüner.

Erhältlich ist Panela im Panela Shop.

Panela Granulat

Panela Granulat

Foodfoto: Kürbis-Mango-Creme Suppe

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Ich füge immer eine Mango (oder zumindest etwas Zitronensaft) hinzu um die Suppe frischer zu machen. Außerdem verwende ich Joghurt statt Sahne oder Ähnliches. Beides, um die Schwere des Kürbis auszubalancieren.
Die gerösteten Kürbiskerne geben den letzten Kick.

Kleine Wein-Etiketten-Kunde – Teil 1

Trockenbeerenspätauslese? What?

Erste Basis um Wein zu kaufen (neben den Empfehlungen anderer Leute!), ist zu verstehen, was überhaupt auf den Flaschen steht. Wenn man Dinge wie “Ürziger Würzgarten Riesling Spätlese Feinherb 2009″ liest, kann man schon leicht durcheinander kommen. Und weil das alles unmöglich in einen Artikel passt (und weil ich definitiv nicht genug weiß um alles aufzuschreiben), konzentriere ich mich hier auf Deutsche Weine.

Also, wo fängt man am besten an? Es gibt eine Reihe von offensichtlichen, bzw. selbsterklärenden Dingen auf Weinetiketten, z.B. – der Jahrgang (außer, und da fangen schon die Ausnahmen an, bei Sekt, wo öfter kein Jahrgang auf der Flasche steht)
- der Alkoholgehalt
- die Aufschrift ‘Enthält Sulfite’
- Mengenangaben
- die AP Nummer (individuelle zurückverfolgbare Nummer für diese spezielle Abfüllung für Qualitätsweine)
- Hersteller und Adresse
- Zusatzinfos für Weinkenner wie Restzucker oder Säurewerte, Datum des Degorgierens (für Sekt), etc. pp.

Dies sind die wichtigsten Sach-Informationen die sich auf den Flaschen finden können (nicht alle davon sind Pflicht) und die mehr oder weniger nützlich und vor allem unmissverständlich sind. Anzumerken wäre noch, dass fast jeder Wein Sulfite (Schwefel, um den Wein haltbar zu machen) enthält und der Alkoholgehalt in 0,5% Schritten angegeben wird.

Damit sind wir schon bei den komplizierteren Angaben auf einem Weinetikett. Die Bezeichnung eines Weines ist der eigentlich komplexe Teil den es zu entschlüsseln gilt. Er kann sich aus vielen verschiedenen Einzelteilen zusammensetzen. Einige dieser Einzelteile muss man erkennen an bestimmten Begriffen, bei anderen hilft nur der gesunde Menschenverstand.

1.) Oftmal spielt der Name des Winzers oder des Herstellers eine hervorgehobene Rolle auf dem Etikett. In der Regel handelt es sich um einen Namen oder Familiennamen. In der Regel lohnt es sich, andere Weine eines Weingutes zu probieren, wenn man einen guten Wein gefunden hat. Der Name dient dann logischerweise zum Wiederfinden des Herstellers.

2.) Die Rebsorte. In Deutschland, mehr als z.B. in Frankreich, spielt die Rebsorte eine große Rolle und die Mehrzahl der (guten) Weine sind Sortenrein. Hier gilt: Man muss die Rebsorten beim Namen kennen.
- Riesling
- Grauburgunder
- Weißburgunder
- Spätburgunder (synonym Pinot Noir)
- Rivaner (update: Rivaner ist natürlich nur ein Müller-Thurgau Synonym)
- Silvaner
- Portugieser (in versch. Farben)
- Scheurebe
- Huxelrebe
- Trollinger
- Dornfelder
- Müller-Thurgau (synonym Rivaner)

und wie sie alle heißen. Ich kann und will hier nicht alle aufzählen, zumal auch mehr und mehr Sorten aus anderen Ländern auch in Deutschland angebaut werden. Die wichtigsten Sorten, sollte man aber kennen. Auch wichtig: Die Rebsorte muss nicht auf dem Etikett stehen. Es kann sich durchaus um eine Cuvée handeln, also eine Mischung verschiedener Sorten. Noch wichtiger: Die Rebsorte ist ein gutes Indiz auf die Art des Weins, aber nicht mehr. Erst in Verbindung mit Stil und Herkunft des Weins, lässt sich Genaueres ableiten.

3.) Womit wir beim Nächsten Punkt sind, der Stilistik oder Geschmacksrichtung. Es geht nicht um Aromaprofile sondern einfach um den Zuckergehalt im Wein. Das Spektrum reicht von fast schon öligen Süßweinen bis zu knochentrocken, d.h. nahezu ohne Zucker. Die Angabe der muss nicht auf der Flasche sein, und kann sich zum Teil auch aus anderen Dingen ableiten lassen, das wichtigste sind aber folgende Begriffe:
- trocken, für Weine ohne merkliche Süße
- halbtrocken, für Weine mit leichter Restsüße
- lieblich, für Weine mit deutlicher Restsüße
- süß, für, natürlich, süße Weine

Diese Begriffe sind gesetzlich definiert und richten sich nach Zuckergehalt und dem Säureanteil im Wein.
Daneben gibt es noch Begriffe die nicht offiziell definiert sind und deshalb zumindest mit Vorsicht zu genießen sind (letzlich ist unklar, was genau zu erwarten ist):
- Brut, sehr trocken, manchmal auf Sekt zu finden
- Feinherb, meist synonym für halbtrocken (weil halbtrocken eine relativ schlechten Ruf genießt)
- Mild, meist süße Weine mit sehr geringer Säure
- Edelsüß, klingt besser als Süß, ansonsten wohl gleichbedeutend

Desweiteren gibt es noch *-****, meist auf süßen Weinen mit hohem Zuckergehalt, wobei die genaue Zahl der Sternchen angibt, wie süß ein Wein ist. Ebenfalls keine offizielle Angabe und relativ unklar. Aber traditionell und auf älteren Flaschen zu finden. Gilt wie gesagt für Süße Weine, also 1* ist schon eindeutig süß.

Zusammengefasst muss gesagt werden, das alle Begriffe ein gewisses Spektrum abdecken und auch trocken nicht gleich trocken ist. Aber diese Begriffe geben einen deutlichen Hinweis auf den Stil des Weins und helfen bei der Auswahl nach persönlichen Vorlieben oder für einen Begleitwein zum Essen.

4.) Die Qualitätsstufen. Es gibt eine handvoll von gesetzlich bestimmten Qualitätsbezeichnungen die sich oftmals auf den Flaschen finden lassen. Leider richten sich diese eher nach technischen Kriterien und sind nicht zu 100% zuverlässig zur Bewertung der Qualität zu gebrauchen. Weine der höchsten Qualitätsstufen müssen nicht besser sein als andere Weine. Aber man kann die Begriffe auf der Flasche wiederum als Hinweis auf bestimmte Eigenschaften nutzen.
- Tafelwein oder Wein, die unterste Qualitätsstufe.
Ich will nicht sagen, dass es keine guten Tafelwein gibt, aber es gibt quasi keine Qualitätsanforderungen. Man sollte sich nur auf verlässliche Empfehlung heranwagen.
- Landwein, die zweite Stufe.
Hier gibt es bestimmte Anforderungen, wie z.B. maximaler Ertrag pro Hektar, die Trauben müssen aus einem gewisse Gebiet stammen, Jahrgang und Rebsorten können angegeben werden etc. Aber auch hier ist noch Vorsicht geboten.
- Qualitätswein (bestimmter Anbaugebiete), oder Q.b.A.
Hier sind schon deutlichere Anforderungen vorhanden. Zugelassene Rebsorten, aus einem zugelassenen Anbaugebiet. Maximaler Ertrag pro Hektar ist geringer und die Trauben müssen einen bestimmten minimalen Reifegrad erfüllen und ein gewisses Mostgewicht erreichen (d.h. Zuckergehalt im Traubensaft).
- Qualitätswein mit Pradikat, oder Prädikatswein. Dazu wird ein bestimmtes Prädikat angegeben. Es gelten strengere Regeln was die Herkunft der Trauben angeht. Alle müssen aus dem gleichen Bereich einer Anbauregion stammen (z.B. dem Bereich Bernkastel der Region Mosel), es gelten Mindestmostgewichte, Mindestalkoholgehalte, das Verbot von Eichenholzstücken und ein paar weitere Vorschriften. Zusätzlich gibt es noch die Anforderungen an das Mostgewicht (Zuckergehalt des Traubensaftes) für die einzelnen Prädikate.
Es gibt folgende Pädikate, die vielen bekannt sein dürften:
- Kabinett
- Spätlese
- Auslese
- Beerenauslese (BA)
- Trockenbeerenauslese (TBA)
- Eiswein

Mit dem Zusatz, das BA und TBA Botrytis-Traubenmaterial enthalten müssen (Botrytis ist ein austrocknender Pilz) und Eiswein aus Trauben bestehen muss, die gefroren geerntet und gepresst werden müssen. Ansonsten ist ausschließlich das Mostgewicht wichtig. Höhere Mostgewichte können zur Qualität beitragen, weil die Trauben besonders reif und kräftig im Aroma sind. Aber auch eine Auslese kann ein schlechter Wein sein. Außerdem wichtig: Kabinett bis Auslese können sowohl trockene als auch süße Weine sein! Das Prädikat sagt nichts über den Stil des Weins aus. Erst ab Beerenauslese handelt es sich um Süßweine, sehr süße Weine um genau zu sein.

5.) Die Lage. Es gibt gesetzlich definierte Lagen, dabei handelt es sich meist um einen bestimmtem Weinberg, und viele Winzer keltern gezielt Weine die ausschließlich auf Trauben dieser Lagen basieren. Diese Lagen unterscheiden sich durch ihre Ausrichtung (z.b. Südost), Bodenbeschaffenheit, Steilheit etc. und sie tragen Namen. Diese kann ich hier unmöglich aufzählen, weil es über 2600 davon in Deutschland gibt und die Namen recht individuell und fantasievoll sind (z.B. der oben genannte Ürziger Würzgarten). Auch hier hilft es nur, die Lagen beim Namen zu kennen. Und auch hier gilt: Weine aus Einzellagen sind nicht garantiert gut, aber wenn man eine Gute Lage für sich entdeckt hat, kann man guten Gewissens auch andere Weine aus dieser Lage probieren. Oftmals haben die Winzer nämlich nur eine kleine Parzelle in der Lage und es gibt noch viel mehr Winzer nebenan.

Am Anfang ist es meiner Ansicht nach auch wichtiger, auf die Region zu schauen und nicht auf die Lage. Die Namen an sich sind nämlich nichtssagend und ob die Trittenheimer Apotheke besser ist, als das Trittenheimer Altärchen lässt sich vom Etikett nicht ableiten. Wenn man also, wie ich zum Beispiel, ein Freund von Moselrieslingen ist, sollte man nach gezielt danach suchen und sich ein paar Lagen ansehen, bzw. antrinken bevor man 20 Kisten bestellt.

Noch ein Wort zum Thema ‘Großes Gewächs‘ bzw. ‘Erste Lage‘ bzw. ‘Erstes Gewächs‘. Die Winzer des VDP (Verband der Prädikatsweingüter) versuchen hier das französiche Modell der Grand Crus oder Premier Crus zu importieren und Weine aus bestimmten Lagen höchster Qualität und mit maximalen Qualitätsanforderungen an Weinberg und Winzer zu den Spitzenweinen in Deutschland auszubauen und dementsprechend zu vermarkten. Trockene Weine, regionaltypische Rebsorten und starke Ertragsbegrenzung (weniger Rebstöcke und Trauben soll zu mehr Konzentration und Kraft führen) sowie manuelle Ernte, hohe Mostgewichte und traditionelle Keltereimethoden sind Pflicht. So Lobenswert die Konzentration auf Qualität auch sein mag, aber die Begriffe sind leider nicht gesetzlich geregelt. Im Prinzip kann jeder ‘Großes Gewächs‘ oder Ähnliches auf seine Flaschen schreiben und ich denke das wird auch passieren und damit wohl vorerst zur Verwirrung der Käufer beitragen.

So. Damit habe ich erstmal das wichtigste abgearbeitet. Keine Garantie auf Vollständigkeit oder Korrektheit, ich habe letztlich nur aufgeschrieben was ich weiß. Wenn etwas fehlt oder falsch ist, einfach eine Mail an mail@simplechef.de.

Mehr vielleicht demnächst, speziell die französischen Weine interessieren bestimmt viele (mich eingeschlossen) und da gibt es ein ziemlich großes zu bearbeiten.

Gutes Design…

… ist so wenig Design wie möglich. Oder so. Ich denke das gilt auch für Wein an sich. Auf jeden Fall aber für Weinflaschen und Etiketten.

Wein Etiketten. Positives Beispiel.

Wein Etiketten. Positives Beispiel.

Link-Tipp: FAZ Gourmetvision

 

Extrem regional-fokussierte Spitzenküche. Sehr interessant. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/f-a-z-gourmetvision-jetzt-geht-s-an-die-nieren-11889872.html

Gazpacho – Für den Sommer

Nachdem der Sommer sich auch in Berlin langsam bemerkbar macht, braucht man gelegentlich auch mal was ein sommerlich-leichtes Abendessen. Mein persönlicher Favorit ist dabei Gazpacho - eine kalte Gemüsesuppe.

Leicht ist sie auch im Sinne der Zubereitung, ich werfe meine Zutaten einfach in den Mixer und wenn alles gut durchpüriert ist, dann ist die Suppe fertig.

Frische Kräuter und Zwiebeln

Es handelt sich nicht um die klassische Gazpacho aus Spanien und wahrscheinlich gibt es hunderte Rezepte, hier aber meins:

  • eine Dose passierte / gestückelte Tomaten
  • 0,5l Tomatensaft
  • eine Gurke
  • Saft einer halben Zitrone
  • eine (rote) Zwiebel
  • eine sehr kleine Knoblauchzehe
  • frische Kräuter (Basilikum oder Petersilie)
  • Salz, Pfeffer und ein kräftiger Schuss Olivenöl

Wie gesagt alles in den Mixer tun und gut pürieren. Vorsicht mit dem Knoblauch, durch das Pürieren kann der sehr stark werden, also nur wenig nehmen und frischen Knoblauch. Dann je nach Bedarf Wasser dazu um die gewünschte Konsistenz herzustellen.

Mozarella

Mozarella Würfel

Dazu schneide ich dann immer noch ein paar Mozzarella Würfel die als Garnitur in der Suppe dienen. Man kann sich natürlich hier alles Mögliche vorstellen. Dazu etwas Brot und ein Glas Wein (Rosé, oder ein schöner Trockener Weißer, z.B. ein Grüner Veltliner) und es kann losgehen.

Gazpacho

Gazpacho

Wein des Tages – Wein Liste

Für meinen privaten Gebrauch habe ich eine Wein-Listen Anwendung programmiert und seit einer Weile in Gebrauch. Es geht hauptsächlich darum, meinen Bestand und meine Notizen zu den Weinen zu Sammeln und zu Ordnen.

Aber ich dachte, es wäre vlt. für ein paar Leute ebenfalls ganz interessant, sowas zu verwenden, also hab ich sie für alle verfügbar gemacht unter: http://simplechef.de/wein/

Alles kostenlos natürlich und ohne Werbung. Allerdings auch noch in einer frühen Version. Wer es ausprobieren möchte und ein paar Anregungen hat, kann mir gerne eine Email schreiben.

Wein des Tages - Die Wein Liste

Wein des Tages - Die Wein Liste